Parallelwelten

Unterwegs in der Ukraine

Unterwegs in der Ukraine

Anfang des Jahres habe ich mein gesamtes Ukraine Archiv vernichtet und dem Weilheimer Wertstoffhof zukommen lassen. Ich wollte die Ukraine endlich loslassen und mich vorwiegend dem lokalen Geschehen widmen. Und dann ging es wieder los. Unversehens bin ich mittendrin, manchmal nur fünfzig Kilometer oder weniger von den Kampfzonen im Osten der Ukraine entfernt. Die Fahrt dorthin geht durch riesige blühende Sonnenblumenfelder und Getreide- oder Maisfelder. Sie sind ein purer Ausdruck von Fruchtbarkeit. Die Weite des Landes fasziniert mich immer aufs Neue. Ja, es existiert auch diese andere Welt, parallel zum Konflikt: die Welt des Friedens; die Welt der Schönheit mit freundlichen, gebildeten Menschen, gutem Essen und Trinken. Jahrelang wollte ich dies alles Ihnen, den Menschen im Westen, in meinen Reiselesebüchern erzählen und Lust auf einen Aufenthalt in der Ukraine wecken. Oft begegnete mir Ignoranz und Unwissen, schon allein darüber, wo die Ukraine liegt. Jetzt steht die Ukraine fast täglich in den Medien und wird nicht mehr für Russland gehalten.

Erholung im Michael Ende Kurpark

Im Michael Ende Kurpark von Garmisch-Partenkirchen

Mein zweiwöchiger Heimaturlaub nähert sich dem Ende. In Kürze tausche ich mein Dirndlgwand wieder in bequeme Kleidung für die Patrouillenfahrten ein. Und ich weiß: Es existiert alles nebeneinander. Zum Himmel gehört die Erde zum Tag die Nacht. Die Erde ist Teil des Universums. Planeten kreisen umeinander. Es gibt viele Realitäten und viele Welten, so wie meine zwischen Oberbayern und dem ukrainischen Osten. In mir rücken die Welten ein Stück weit zusammen. Und auch ich versuche einen Kampf zu gewinnen – den in mir selbst, das Innen und das Außen zu harmonisieren und meine kleine Welt übersichtlich zu machen. Spirituell gesehen ist das der erste Schritt zum Frieden.

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